Regen und Nebel in Anzère

Bei der Rennvorbereitung bildeten mein Vater Heinz und Peter Sägesser die Vorhut, so konnte ich am Freitag noch arbeiten und nachreisen – vielen Dank den beiden! Ich traf um 18 Uhr ein, erledigte gerade noch die administrative Abnahme und dann prasselte schon heftiger Regen auf uns ein. Weltuntergangsstimmung.! In kürzester Zeit schüttete es wie aus Kübeln und Michel Zemps Zelt klappte zusammen. Zum Glück war es dann in der Nacht ruhiger…  

Am Samstagmorgen hatte sich das Unwetter verzogen, die Sonne lachte und auch die Strecke war vom angespülten Geröll befreit. Wegen einiger Unterbrüche gings für uns verzögert zum 1. Trainingslauf. Es war für mich ein völlig neues und tolles Gefühl, die Strecke von Ayent nach Anzère auf dem neuen Belag und ohne Bodenwellen zu fahren. Das schlug sich sofort in der Zeit nieder: Mit 1.29.979 fuhr ich bereits die persönliche Bestzeit mit dem LobArt in Anzère. Dies reichte für Position zwei hinter Eric Berguerand (Lola F3000, 1.28.304), vor Joel Volluz (Osella FA30, 1.34.172) und Thomas Amweg (Lola F3000,1.35.294).  

Trotz meines Versuchs, das nervöse Hecks über das Set-Up zu korrigieren, tänzelte die Hinterachse im 2. Training immer noch sehr wild umher. Das Resultat: ein kurzer Gas-Stoss auf der Anfahrt zur letzten Spitzkehre endete in einem Dreher – der erste seit 2008 im 1. Training von Mickhausen. Nach mehrmaligem Zurücksetzen stoppte die Uhr bei 2.17.360. Eric (1.27.233) fuhr bereits bis auf 0.3 Sekunden an den Streckenrekord heran und Joel (1.32.351) konnte sich knapp eine Zehntelsekunde vor Robin Faustini (Reynard F3000) halten. Weil der Zeitplan weiter aus dem Ruder lief, wie in den letzten Jahren üblich, verschob die Rennleitung den 3. Probelauf auf Sonntagmorgen.  

Dieser begrüsste uns dann leider von einer ganz anderen Seite als der Vortag. Nieselregen und Nebel trübten die Sicht. Als ich vor der Streckensperrung auf Besichtigungstour war, wanderte die Nebelbank von Minute zu Minute auf eine andere Höhe. Als wir an den Start geführt wurden, um unser Training nachzuholen, war gerade wieder Blindflug angesagt. Die Rennleitung wartete ab; als nach 45 Minuten keine Besserung in Sicht war, annulierte sie das letzte Training und ein Führungsfahrzeug leitete uns zurück ins Fahrerlager.  

Kurz vor Mittag lichtete sich der Nebel und wir konnten den Rennbetrieb wieder aufnehmen. Gleichzeitig kündigte die Rennleitung an, die Veranstaltung von drei auf zwei Rennläufe zu kürzen. Beim Runterrollen zum 1. Wertungslauf versuchte ich so gut wie möglich die neuen Regenreifen anzufahren. Diese boten ordentlich Grip und der LobArt verhielt sich im Vergleich zum Samstag ein wenig untersteuernd. Im Ziel leuchtete mir 1.43.687 entgegen und ich hatte keine Ahnung, was diese Zeit bei diesen Bedingungen wert sein sollte. Wenige Autos hinter mir hatte mein Kollege Tom Zürcher in seinem Formel 4 leider einen heftigen Aufprall, was einen langen Unterbruch zur Folge hatte. Zum Glück blieb er selbst fast unversehrt! Der Regen liess eher ein wenig nach, was den danach startenden etwas bessere Bedingungen bescherte. Meine Zeit hielt trotzdem Stand: Berguerand (1.43.847) scheiterte knapp und Volluz (1.46.318) sogar deutlich. Sonst schaffte es kein „offenes“ Rennauto unter Marke von 1.50.  

Zwischenzeitlich trocknete die Strecke weiter ab, kurz vor unserem Start setzte jedoch erneut Regen ein. Als ich startete war die Innenspur der ersten Kurve einigermassen trocken, aber von der zweiten Kurve an alles wieder klatschnass. Mein Auto untersteuerte mehr als im Lauf zuvor und so war ich mit meiner Zeit von 1.43.466 auch überhaupt nicht zufrieden. Und wieder musste der Rennbetrieb durch einen groben Unfall für längere Zeit unterbrochen werden. Papa Louis Berguerand verunfallte an der genau gleichen Stelle wie zuvor Tom Zürcher. Im Gegensatz zu Tom verletzte sich Louis am Arm und musste per Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden – an dieser Stelle wünsche ich ihm alles Gute und schnelle Genesung!  
Bis meine Hauptkonkurrenten starten konnten, trocknete die Piste weiter ab. Eric Berguerand (1.38.329) und Joel Volluz (1.40.941) erzielten entsprechend schnelle Zeiten. Somit stand abermals Eric als Sieger fest, Joel konnte ich in der Addition der beiden Läufe um eine Zehntelsekunde hinter mir lassen.  

Obwohl die Strecke vom Regen her absolut fahrbar gewesen war, vermochten rückblickend all die Verschiebungen, die Nebelschwaden und Unfälle etwas die Freude trüben. Hoffen wir für die nächsten Rennen auf bessere Verhältnisse!  

Bis bald…
Marcel

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