Les Rangiers gerockt

In der Woche vor dem Rennen beschäftigten mich Gedanken über den vor sechs Jahren erlittenen Unfall. Als ich am Freitag endlich nach St-Ursanne aufbrechen konnte, waren alle negativen Gedanken verflogen und ich konnte mich auf das Rennen konzentrieren. Bereits bei der ersten Besichtigung am Freitagnachmittag fühlte ich mich mit der Strecke vertraut, die Ideallinie und der Fluss passten sofort.

Am Samstag war ich sehr gespannt, wie es sich mit dem LobArt auf der nun komplett neu asphaltierten Strecke anfühlen wird. Der leicht bewölkte Himmel lieferte optimale Bedingungen für den 1. Trainingslauf. Am Start war der Grip noch nicht optimal, aber danach super. Das Setup passte auch sehr gut und „le Petit Susten“ hatte so viel Grip und Traktion, wie ich es noch nie erlebt hatte. Die Uhr blieb bei 1.48.786 stehen. So schnell begann ich noch nie ein Training in Les Rangiers: Ich war bereits um 1.5 Sekunden an meiner letztjährigen Rennzeit dran. Nur Simone Faggioli (Norma-Zytek, 1.42.873) und Christian Merli (Osella FA30, 1.45.104) waren viel schneller. Sonst schaffte es kein weiterer Teilnehmer unter die 1.50er-Marke.

Weil das Auto schon so gut mit der Strecke harmonierte, brauchte es keine wesentlichen Modifikationen. Im 2. Training erreichten die Reifen ihre Lebensdauer, daher war meine Steigerung auf 1.47.245 nicht wirklich befriedigend. Faggioli (1.41.663) und Merli (1.43.173) waren erwartungsgemäss weit vorab, einzig Fausto Bormolini (Reynard- F3000;1.49.467) schaffte es noch unter 1.50. Knapp darüber lagen Diego Degasperi (1.50.006), dann Christoph Lampert (1.51.226), Joel Volluz (1.51.765) alle auf Osella FA30 und Robin Faustini (Reynard-F3000, 1.51.889).

Bessere Reifen und nochmals leichte Setup-Änderungen hätten uns geholfen, im 3. Probelauf nochmals anzugreifen. Doch der Veranstalter zog durch unnötige Rückführungen, Demo- und Corsofahrten die Veranstaltung bis nach 19 Uhr in die Länge, als es zu regnen begann. Fast alle Fahrer der Renn- und Sportwagen verzichteten auf das wertlose Training und waren nicht erfreut.

Am Sonntagmorgen schien uns die Sonne schon früh bei der Streckenbesichtigung ins Gesicht. Auch die Temperaturen stiegen rasch an und mein Plan ging auf, das Rennen mit der Supersoft-Reifenmischung zu fahren. Durch etliche Unfälle zögerte sich der 1. Rennlauf bis kurz vor Mittag hinaus. Ich war voll motiviert die Strecke von St-Ursanne nach Les Rangiers zu bezwingen. Der Start gelang mir zwar nicht optimal, doch dann lief es sehr gut bis zur Kurve von „le Malrang“. Ab da hatte ich im schnellen Abschnitt bis zum Waldausgang wieder Motoraussetzer, ähnlich wie letztes Jahr. Dies kostete Speed und Konzentration. Dementsprechend war ich mit der Zeit von 1.46.623 auch nicht zufrieden. Simone (1.39.306) stellte einen neuen Streckenrekord auf. Christian (1.41.556) konnte nach weiteren Unterbrechungen nicht ganz mit Simone mithalten. Nur 0.6-0.8 Sekunden lagen Fausto Bernolini und Diego Degasperi hinter mir.

Im 2. Wertungslauf musste ich mich also nochmals ordentlich anstrengen. Zudem hofften wir, den Motoraussetzern auf den Grund gekommen zu sein. Der Start war wieder nicht gut. Das „Gripon“ gelang mir jedoch nur mit einem Minilupfer und mit voller Leistung und ohne Aussetzer fuhr ich durch das Geschlängel im Wald. „Petit Susten“ gelang mir ebenfalls zügig. Diese Fahrt wurde mit 1.44.561 belohnt, was meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke bedeutet! Bis anhin fuhr auch kein Schweizer Fahrer so schnell. Simone Faggioli (1.39.799) sicherte sich seinen 8. Gesamtsieg in Folge in Les Rangiers, Christian Merli (1.39.539) wurde abermals 2. und ich zum vierten Mal in Folge glücklicher 3.

Als „Belohnung“ durfte ich dann noch zur Dopingkontrolle… Endlich kann ich sagen, dass ich meinen Unfall auf dieser Strecke auch mental überwinden und mich wieder voll auf das Fahren konzentrieren konnte. Ich durfte die Strecke vom Start bis zum Ziel richtig rocken; die Fahrten und den unheimlichen Speed geniessen.

Nun geht es mit den Rennen Schlag auf Schlag! Bereits am kommenden Wochenende (24.-25. August) sind wir in Oberhallau. Zwei Wochen später (7.-8. September) findet die 50. Auflage des Gurnigelrennens statt. Da sollten mein Vater Heinz mit dem Martini/BMW bei den Legenden und ich mit dem LobArt/Mugen beim Rennen am Start stehen. Gerne freuen wir uns bei den beiden Rennen über einen Besuch.

Bis bald…
Marcel

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