Rutschpartie vor der Winterpause

Nach einem Jahr Pause hat ein neues Organisationskomitee das beliebte Bergrennen Mickhausen wieder durchgeführt. Vielen Dank und ein grosses Lob an die neuen Macher! Einiges war neu, doch das Wetter blieb wie oft zu dieser Jahreszeit kühl und nass…

Nach einem angenehmen Freitag trommelte der Regen am Samstagmorgen auf das Dach des Buses. In Kombination mit den kalten Temperaturen war klar, dass wir schwierige Bedingungen zu meistern hatten. So ging ich meinen 1. Trainingslauf gemächlich an. Dennoch war es eine ordentliche Rutschpartie und die Hinterräder drehten beim Beschleunigen oft wild durch. Das Ziel erreichte ich in 1.05.244, etwas schneller als Alexander Hin (Osella PA30, 1.06.568) und dann folgten schon die schnellsten Tourenwagen. Nur Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.02.256) fand wohl irgendwo eine trockene Spur…J

Direkt nach der Startkurve des 2. Probelaufs wurde ich mit der roten Flagge gestoppt. Erich Öppinger verunfallte im Regal-S und sein Auto musste erst geborgen werden. Ich konnte mit meinen neuen Regenreifen den Start nochmals wiederholen. Mittlerweile war etwas weniger Wasser auf der Fahrbahn, was sich in 1.02.617 auszahlte. Ich rückte so etwas näher an Eric (an 1.01.173), aber auch Alex (1.02.738) an mich.

Zum 3. Training gab es bereits einige trockene Stellen. Ich griff wieder auf die älteren Regenreifen zurück und nahm den Abtrieb etwas zurück, um den LobArt besser in Balance zu bringen. In 56.541 konnte ich mich dann auch ordentlich steigern, wobei mit die Leitplanke am Ausgang der Waldkurve schon sehr nahe kam. Auch Hin (57.330) schaffte es unter die Minutengrenze, Berguerand verzichtete auf diesen Lauf.

Zum Glück regnete es die ganze Nacht nicht mehr und so war die Strecke am Sonntagmorgen abgetrocknet. Da wir alle Trainingsläufe bei nassen oder feuchten Bedingungen absolvieren mussten, waren die Karten am Renntag völlig neu gemischt. Der Start zum 1. Rennlauf gelang mir gut. Nur die Wippschaltung wollte die Gänge nicht wechseln. Bis ich das Problem erkannt hatte, war ich mit Müh und Not im 4. Gang Richtung Antoniusbuche unterwegs und konnte das System vom Not-Modus in den normalen Fahrmodus umschalten. Diese „Übung“ kostete mich sicher eine halbe Sekunde. Der Rest gelang mir dann ganz gut, über die Zeit von 50.181 ärgerte ich mich aber trotzdem nach dem Missgeschick. Umso erstaunter war ich, als Eric Berguerand (50.534) nicht an meine Laufzeit herankam und Alex Hin (52.732) relativ deutlich zurücklag.

Just in der Startaufstellung zum 2. Wertungslauf begann es ganz leicht zu tröpfeln. Die Strecke war noch nicht wirklich nass und ich konnte in 51.058 fast an meine erste Zeit anschliessen. Berguerand (52.376) wurde deutlich langsamer, wobei Hin (52.933) relativ konstant fuhr. Ich konnte mich so über einen Vorsprung von 1.7 Sekunden in der Addition freuen. Auf Grund der kritischen Wetterlage war das Resultat aber keinesfalls sicher. Nach dem 2. Rennlauf regnete es immer wieder leicht und der Asphalt färbte sich dunkel.

Dies passierte ein weiteres Mal, als unser Feld am Vorstart stand. Ich entschied mich trotzdem mit Slicks zu fahren, da noch kein Wasser auf der Strasse stand. Am Start drehten die Räder durch. Beim Waldeingang nach der „Antoniusbuche“ war mir schon etwas mulmig, als ich mit 210 km/h anbrauste um mit 180 Sachen die Linkskurve zu meistern, mit Tropfen auf dem Visier und Ungewissheit über die genauen Gripverhältnisse. Eine ähnliche Herausforderung hatte ich am Regal-S, das ich im Trockenen im 6. Gang mit einem kleinen Lupfer mit 220 km/h meisterte. Als die Anzeigetafel 56.012 zeigte, wusste ich, dass mich der Regen zu sehr irritiert und gebremst hatte. Ich wollte den LobArt auch nicht wieder in den Wald rausfeuern, wie vor drei Jahren. Alex legte unmittelbar vor mir gestartet 55.504 vor. Nun galt es abzuwarten, was Eric zu bieten hatte. Dieser kreuzte die Ziellinie mit Regenreifen bereits nach 52.517 und entriss mir den Sieg um 1.8 Sekunden. Herzliche Gratulation zum Sieg Eric – es war ein fairer Kampf in der diesjährigen Meisterschaft!

Das Team Steiner Motorsport  verabschiedet sich nun in die Winterpause. Wir konnten mit dem LobArt wieder gute Fortschritte verzeichnen und auf fast allen Strecken deutlich schneller fahren als im Vorjahr. Zudem haben wir einige gute Kontakte geknüpft, die auf eine Performancesteigerung für die Saison 2020 hoffen lassen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei meinem Team bedanken, das mich während dieser Saison super und in allen Lagen unterstützte! Auch ein riesen Merci an meine treuen Sponsoren und Unterstützer! Ohne diese wäre mein Hobby nicht realisierbar und das Projekt LobArt nie zustande gekommen. Gerne starte ich mit euch allen erfolgreich in die Saison 2020!

Bis bald…
Marcel 

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